Umkehr (Teschuwa) — Rambam auf Beth HaMidrash: der hebräische Text und seine deutsche Übersetzung, mit Raschi und den großen Kommentatoren. Kostenlos, online.
Umkehr (Teschuwa) — Rambam auf Beth HaMidrash: der hebräische Text und seine deutsche Übersetzung, mit Raschi und den großen Kommentatoren. Kostenlos, online.
כָּל מִצְוֹת שֶׁבַּתּוֹרָה בֵּין עֲשֵׂה בֵּין לֹא תַּעֲשֶׂה אִם עָבַר אָדָם עַל אַחַת מֵהֶן בֵּין בְּזָדוֹן בֵּין בִּשְׁגָגָה כְּשֶׁיַּעֲשֶׂה תְּשׁוּבָה וְיָשׁוּב מֵחֶטְאוֹ חַיָּב לְהִתְוַדּוֹת לִפְנֵי הָאֵל בָּרוּךְ הוּא שֶׁנֶּאֱמַר (במדבר ה ו) "אִישׁ אוֹ אִשָּׁה כִּי יַעֲשׂוּ" וְגוֹ' (במדבר ה ז) "וְהִתְוַדּוּ אֶת חַטָּאתָם אֲשֶׁר עָשׂוּ" זֶה וִדּוּי דְּבָרִים. וִדּוּי זֶה מִצְוַת עֲשֵׂה. כֵּיצַד מִתְוַדִּין. אוֹמֵר אָנָּא הַשֵּׁם חָטָאתִי עָוִיתִי פָּשַׁעְתִּי לְפָנֶיךָ וְעָשִׂיתִי כָּךְ וְכָךְ וַהֲרֵי נִחַמְתִּי וּבֹשְׁתִּי בְּמַעֲשַׂי וּלְעוֹלָם אֵינִי חוֹזֵר לְדָבָר זֶה. וְזֶהוּ עִקָּרוֹ שֶׁל וִדּוּי. וְכָל הַמַּרְבֶּה לְהִתְוַדּוֹת וּמַאֲרִיךְ בְּעִנְיָן זֶה הֲרֵי זֶה מְשֻׁבָּח. וְכֵן בַּעֲלֵי חַטָּאוֹת וַאֲשָׁמוֹת בְּעֵת שֶׁמְּבִיאִין קָרְבְּנוֹתֵיהֶן עַל שִׁגְגָתָן אוֹ עַל זְדוֹנָן אֵין מִתְכַּפֵּר לָהֶן בְּקָרְבָּנָם עַד שֶׁיַּעֲשׂוּ תְּשׁוּבָה וְיִתְוַדּוּ וִדּוּי דְּבָרִים שֶׁנֶּאֱמַר (ויקרא ה ה) "וְהִתְוַדָּה אֲשֶׁר חָטָא עָלֶיהָ". וְכֵן כָּל מְחֻיְּבֵי מִיתוֹת בֵּית דִּין וּמְחֻיְּבֵי מַלְקוֹת אֵין מִתְכַּפֵּר לָהֶן בְּמִיתָתָן אוֹ בִּלְקִיָּתָן עַד שֶׁיַּעֲשׂוּ תְּשׁוּבָה וְיִתְוַדּוּ. וְכֵן הַחוֹבֵל בַּחֲבֵרוֹ וְהַמַּזִּיק מָמוֹנוֹ אַף עַל פִּי שֶׁשִּׁלֵּם לוֹ מַה שֶּׁהוּא חַיָּב לוֹ אֵינוֹ מִתְכַּפֵּר עַד שֶׁיִּתְוַדֶּה וְיָשׁוּב מִלַּעֲשׂוֹת כָּזֶה לְעוֹלָם שֶׁנֶּאֱמַר (במדבר ה ו) "מִכָּל חַטֹּאת הָאָדָם":[Die Pflicht bei der Teschuwa ein Sündenbekenntnis abzulegen]Alle Vorschriften der Heiligen Schrift, seien es Gebote oder Verbote, verlangen, dass derjenige, der wissentlich oder unwissentlich gegen sie verstößt und dies später bereut, dies vor Gott, gepriesen sei Er, bekennt. Denn es heißt (Num. 5:6-7): »Wenn ein Mann oder eine Frau irgendeine Sünde begeht und sich gegen den Ewigen versündigt, so sind sie schuldig. Sie sollen aber ihre Sünde (Awera), die sie begangen haben, bekennen«1 . Dies deutet nun auf ein mündliches Sündenbekenntnis hin, weshalb es sich auch um eine Gebotsvorschrift handelt.Das Sündenbekenntnis wird wie folgt gesprochen:»Ich flehe Dich an, o Ewiger, ich habe gefehlt, ich bin abgewichen, ich habe die Gebote vor Deinem Angesicht übertreten, ich habe dies und jenes getan. Doch nun bereue ich es, schäme mich meiner Missetaten und will es nicht mehr tun.«Dies ist die Grundlage des Sündenbekenntnisses; wer aber sein Bekenntnis noch mehr ausdehnt und länger bei dieser Handlung verweilt, der ist nur zu loben.Ebenso haben alle, die Sünd- und Schuldopfer darbringen, durch das bloße Opfer keine Vergebung ihrer wissentlichen Schuld zu erwarten, solange sie nicht Buße (Teschuwa) getan und ihre Sündenbekenntnisse ausgesprochen haben, wie auch geschrieben steht: »Und er soll bei dem Opfer bekennen, worin er gesündigt hat.« (Lev. 5:5).Ebenso wird demjenigen, der durch das Gericht die Todesstrafe verwirkt oder eine Geißelstrafe (Malkot) verdient hat, durch die Strafe allein noch keine Vergebung zuteil, solange er nicht Teschuwa getan und sein Bekenntnis abgelegt hat. Ebenso wird demjenigen, der seinem Nächsten an Leib oder Gut Schaden zufügt, auch wenn er ihn später dafür entschädigt, nicht vergeben, wenn er nicht zugleich seine Sünden bekennt und als Büßer den festen Vorsatz fasst, nie wieder so etwas zu tun; wie auch geschrieben steht: »Von allen Versündigungen der Menschen« (Num. 5:6) [d.h. sowohl für Vergehen gegen Gott als auch für zwischenmenschliche Vergehen muss man Teschuwa machen].
שָׂעִיר הַמִּשְׁתַּלֵּחַ לְפִי שֶׁהוּא כַּפָּרָה עַל כָּל יִשְׂרָאֵל כֹּהֵן גָּדוֹל מִתְוַדֶּה עָלָיו עַל לְשׁוֹן כָּל יִשְׂרָאֵל שֶׁנֶּאֱמַר (ויקרא טז כא) "וְהִתְוַדָּה עָלָיו אֶת כָּל עֲוֹנֹת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל". שָׂעִיר הַמִּשְׁתַּלֵּחַ מְכַפֵּר עַל כָּל עֲבֵרוֹת שֶׁבַּתּוֹרָה, הַקַּלּוֹת וְהַחֲמוּרוֹת, בֵּין שֶׁעָבַר בְּזָדוֹן בֵּין שֶׁעָבַר בִּשְׁגָגָה, בֵּין שֶׁהוֹדַע לוֹ בֵּין שֶׁלֹּא הוֹדַע לוֹ, הַכּל מִתְכַּפֵּר בְּשָׂעִיר הַמִּשְׁתַּלֵּחַ. וְהוּא שֶׁעָשָׂה תְּשׁוּבָה. אֲבָל אִם לֹא עָשָׂה תְּשׁוּבָה אֵין הַשָּׂעִיר מְכַפֵּר לוֹ אֶלָּא עַל הַקַּלּוֹת. וּמַה הֵן הַקַּלּוֹת וּמַה הֵן הַחֲמוּרוֹת. הַחֲמוּרוֹת הֵן שֶׁחַיָּבִין עֲלֵיהֶם מִיתַת בֵּית דִּין אוֹ כָּרֵת. וּשְׁבוּעַת שָׁוְא וָשֶׁקֶר אַף עַל פִּי שֶׁאֵין בָּהֶן כָּרֵת הֲרֵי הֵן מִן הַחֲמוּרוֹת. וּשְׁאָר מִצְוֹת לֹא תַּעֲשֶׂה וּמִצְוֹת עֲשֵׂה שֶׁאֵין בָּהֶן כָּרֵת הֵם הַקַּלּוֹת:[Der Sündenbock]Bei der Sendung des Sündenbocks musste der Hohepriester das Sündenbekenntnis im Namen des ganzen Volkes Israel ablegen, denn diese Handlung galt als Sühnopfer für das ganze Volk. Wie geschrieben steht: »Er soll über ihm alle Schuld der Israeliten und all ihre Vergehen bekennen«, (Lev. 16:21).Durch diesen in die Wüste geschickten Sündenbock wurden alle in der Tora erwähnten Gesetzesübertretungen gesühnt, gleichgültig, ob sie leicht oder schwer, wissentlich oder unwissentlich begangen worden waren, ob man sich ihrer bei der Tat bereits bewusst war oder nicht. Vergebung wird jedoch nur demjenigen gewährt, der bei dieser Gelegenheit auch Teschuwa geleistet hat. Demjenigen aber, der keine Teschuwa getan hat, werden nur die leichten Sünden durch den Sündenbock vergeben.Leichte und schwere Sünden werden aber wie folgt eingeteilt. Schwere Sünden sind solche, auf denen die Hinrichtung oder der frühe Tod durch die Vorsehung (Karet) steht; ebenso ein falscher Schwur und eine Lüge, obgleich auf ihnen nicht der frühe Tod durch die Vorsehung steht. Leichte Sünden aber sind Übertretungen oder Unterlassungen aller Gebote oder Verbote, auf welchen kein früher Tod (Karet) steht.
בַּזְּמַן הַזֶּה שֶׁאֵין בֵּית הַמִּקְדָּשׁ קַיָּם וְאֵין לָנוּ מִזְבַּח כַּפָּרָה אֵין שָׁם אֶלָּא תְּשׁוּבָה. הַתְּשׁוּבָה מְכַפֶּרֶת עַל כָּל הָעֲבֵרוֹת. אֲפִלּוּ רָשָׁע כָּל יָמָיו וְעָשָׂה תְּשׁוּבָה בָּאַחֲרוֹנָה אֵין מַזְכִּירִין לוֹ שׁוּם דָּבָר מֵרִשְׁעוֹ שֶׁנֶּאֱמַר (יחזקאל לג יב) "רִשְׁעַת הָרָשָׁע לֹא יִכָּשֶׁל בָּהּ בְּיוֹם שׁוּבוֹ מֵרִשְׁעוֹ". וְעַצְמוֹ שֶׁל יוֹם הַכִּפּוּרִים מְכַפֵּר לַשָּׁבִים שֶׁנֶּאֱמַר (ויקרא טז ל) "כִּי בַיּוֹם הַזֶּה יְכַפֵּר עֲלֵיכֶם":[Sühne der Sünden]In unseren Tagen, da es keinen Tempel mehr gibt und wir keinen Sühnealtar haben, ist uns nur die Teschuwa geblieben.Die Teschuwa aber sühnt alle Übertretungen. Und selbst dem, der sein Leben lang ein Frevler war und erst zuletzt Teschuwa tut, wird im Himmel seiner früheren Sünden nicht gedacht werden, wie geschrieben steht: (Hesekiel 33:12)4 »Und der Sünder wird nicht straucheln wegen seiner Sünden an dem Tage, da er Buße tut«. Die Besonderheit des Versöhnungstages besteht darin, dass an demselben Tag, an dem Teschuwa getan wird, Vergebung gewährt wird, wie geschrieben steht (Lev. 16:30): »Denn an diesem Tag wird er euch verzeihen«.
אַף עַל פִּי שֶׁהַתְּשׁוּבָה מְכַפֶּרֶת עַל הַכּל וְעַצְמוֹ שֶׁל יוֹם הַכִּפּוּרִים מְכַפֵּר. יֵשׁ עֲבֵרוֹת שֶׁהֵן מִתְכַּפְּרִים לִשְׁעָתָן וְיֵשׁ עֲבֵרוֹת שֶׁאֵין מִתְכַּפְּרִים אֶלָּא לְאַחַר זְמַן. כֵּיצַד. עָבַר אָדָם עַל מִצְוַת עֲשֵׂה שֶׁאֵין בָּהּ כָּרֵת וְעָשָׂה תְּשׁוּבָה אֵינוֹ זָז מִשָּׁם עַד שֶׁמּוֹחֲלִין לוֹ, וּבְאֵלּוּ נֶאֱמַר (ירמיה ג כב) "שׁוּבוּ בָּנִים שׁוֹבָבִים אֶרְפָּה מְשׁוּבֹתֵיכֶם" וְגוֹ'. עָבַר עַל מִצְוַת לֹא תַּעֲשֶׂה שֶׁאֵין בָּהּ כָּרֵת וְלֹא מִיתַת בֵּית דִּין וְעָשָׂה תְּשׁוּבָה, תְּשׁוּבָה תּוֹלָה וְיוֹם הַכִּפּוּרִים מְכַפֵּר, וּבְאֵלּוּ נֶאֱמַר (ויקרא טז ל) "כִּי בַיּוֹם הַזֶּה יְכַפֵּר עֲלֵיכֶם". עָבַר עַל כְּרֵתוֹת וּמִיתוֹת בֵּית דִּין וְעָשָׂה תְּשׁוּבָה, תְּשׁוּבָה וְיוֹם הַכִּפּוּרִים תּוֹלִין וְיִסּוּרִין הַבָּאִין עָלָיו גּוֹמְרִין לוֹ הַכַּפָּרָה. וּלְעוֹלָם אֵין מִתְכַּפֵּר לוֹ כַּפָּרָה גְּמוּרָה עַד שֶׁיָּבוֹאוּ עָלָיו יִסּוּרִין, וּבְאֵלּוּ נֶאֱמַר (תהילים פט לג) "וּפָקַדְתִּי בְשֵׁבֶט פִּשְׁעָם וּבִנְגָעִים עֲוֹנָם". בַּמֶּה דְּבָרִים אֲמוּרִים בְּשֶׁלֹּא חִלֵּל אֶת הַשֵּׁם בְּשָׁעָה שֶׁעָבַר אֲבָל הַמְחַלֵּל אֶת הַשֵּׁם אַף עַל פִּי שֶׁעָשָׂה תְּשׁוּבָה וְהִגִּיעַ יוֹם הַכִּפּוּרִים וְהוּא עוֹמֵד בִּתְשׁוּבָתוֹ וּבָאוּ עָלָיו יִסּוּרִין אֵינוֹ מִתְכַּפֵּר לוֹ כַּפָּרָה גְּמוּרָה עַד שֶׁיָּמוּת. אֶלָּא תְּשׁוּבָה יוֹם הַכִּפּוּרִים וְיִסּוּרִין שְׁלָשְׁתָּן תּוֹלִין וּמִיתָה מְכַפֶּרֶת שֶׁנֶּאֱמַר (ישעיה כב יד) "וְנִגְלָה בְאָזְנָי ה' צְבָאוֹת וְגוֹ' אִם יְכֻפַּר הֶעָוֹן הַזֶּה לָכֶם עַד תְּמֻתוּן":Obgleich aber die Teschuwa für alles Vergebung erwirkt und auch das Wesen des Versöhnungstages zur Vergebung der Sünden beiträgt, so gibt es doch Vergehen, die sofort und andere, die erst nach längerer Zeit vergeben werden. Hat z. B. jemand ein Gebot übertreten, auf das kein früherer Tod folgt, und bereut es, so wird ihm auf der Stelle vergeben. Von solchen Fällen heißt es in der Schrift: »Kehrt um (tut Teschuwa), ihr Kinder mit verkehrtem Herzen, und ich werde eure Verkehrtheit heilen« (Jer. 22:3). Hat aber jemand ein Verbot übertreten, auf das weder früher Tod noch Hinrichtung folgt, und er bereut es, so wirkt die Teschuwa bis zum Versöhnungstage, an dem ihm dann vergeben wird; von solchen Fällen heißt es in der Schrift: »Denn an jenem Tage wird er euch vergeben« (Lev. 16:30).Wenn aber jemand gegen solche Verbote verstoßen hat, auf die der frühe Tod oder die Hinrichtung steht, und er seine Sünde bereut, so wirken zwar die Teschuwa und der Versöhnungstag, aber erst die körperlichen Leiden, die ihm auferlegt werden, machen die Vergebung vollkommen. Niemals aber wird einem solchen die vollkommene Vergebung zuteil, ehe er von körperlichen Leiden heimgesucht worden ist. Von solchen Fällen heißt es: »Mit Ruten will ich ihre Sünden strafen und mit Plagen ihre Missetaten« (Ps 89:33).Dies alles gilt aber nur, wenn der Name des Herrn bei der Begehung der Sünde nicht geschändet worden ist. Wer aber den Namen des Herrn geschändet hat, dem wird keine vollkommene Vergebung zuteil, auch wenn er Teschuwa tut, der Versöhnungstag kommt, er in seiner Reue beständig ist und leibliche Leiden über ihn kommen, so wird ihm doch keine Vergebung zuteil, außer durch den Tod. Denn Teschuwa, Versöhnungstag und leibliche Leiden tun ihre Wirkung, bis der Tod kommt und versöhnt, wie geschrieben steht: »Das ist offenbar geworden vor den Ohren des Herrn Zebaot. Was gilt’s, ob euch diese Missetat vergeben wird, bis ihr sterbet, spricht der Herr Zebaot.“ (Jes. 22:14).6
Mishneh Torah, Repentance.1 · Jad Haghasakkah, trans. by L. Mandelstamm. St. Petersburg, 1851. Corrected and edited by Igor Itkin - German
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